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Arbeitsunfall Drucken E-Mail

Der 27.07.1995 war ein ganz normaler Arbeitstag. Ich bin um 6:00 Uhr morgens in die Firma gefahren, dort haben wir (meine 2 Arbeitskollegen und ich) den LKW mit dem Material, das wir auf der Baustelle benötigten, beladen. Danach sind meine Arbeitskollegen mit dem LKW, und ich mit meinem PKW (da ich nach der Arbeit zu meiner Freundin fahren wollte) zur Baustelle gefahren.

Auf der Baustelle angekommen, stellten wir fest, das wir zu wenig Material mitgenommen haben, darum sind der Capo und ich in den nächsten Ort gefahren, um noch etwas zu besorgen. Der Hilfsarbeiter blieb auf der Baustelle, da er auf den Arbeiter der Stromversorgung warten musste, damit dieser den Strom abstellt. Der Mann von der Stromversorgung ist auch in der Zeit wo wir das Material geholt haben, auf der Baustelle gewesen. Alls wir wieder zurück kamen, luden wir den LKW ab. Der Capo hat dann den Hilfsarbeiter gefragt, ob der Mann von der Stromversorgung da war, dieser bejate das, und erklärte dem Capo, das die eine Seite des Traffohäuschens (unsere Truppe war mit der Restauration von Traffohäuschen beschäftigt) abgeschalten sei, und die andere Seite in ca. 15 Min. abgeschalten ist.

Wir nahmen also die Aluleiter und begannen mit der Arbeit auf der Seite die laut Hilfsarbeiter schon abgeschalten war. Alls wir diese Seite fertig hatten (nach ca. 1,5 Std.), trug ich die noch auf 8 m ausgezogene Aluleiter zur anderen Seite (meine Arbeitskollegen hielten das Gleichgewicht der Aluleiter), wie ich die Aluleiter anlehnen wollte, sah ich wie ein großer blauer Blitz von der Hochspannungsleitung (20.000 Volt) auf die Leiter übersprang. Der letzte Gedanke, den ich hatte, war nur "SCHEISSE", dann spürte ich einen Schlag, als wenn mir jemand einen Vorschlaghammer auf den Kopf hauen würde. Mein ganzer Körper verkrampfte sich total (mein Kiefer verkrampfte sich so sehr, das fast alle meiner Zähne Risse bekammen), und im Augenwinkel sah ich wie meine Arbeitskollegen von der Wucht des Stroms durch die Luft geschleudert wurden, danach wurde mir schwarz vor Augen, und ich wurde Ohnmächtig.

Die Arbeitskollegen waren danach außerhalb des Gefahrenbereichs. Der Capo war noch so bei Sinnen, das er eine Holzleiter vom LKW nahm, und immer wieder damit versuchte die Aluleiter (an der ich noch immer hing) von der Leitung weg zu stoßen, dies gelang Ihm aber nicht, denn immer wenn er meinte, das die Aluleiter umfällt, zog der Strom durch seine starke magnetische Kraft diese wieder zurück. Der Capo gab nach einigen Versuchen auf, da er nicht mehr konnte. Der Hilfsarbeiter hingegen, lag auf dem Boden, und schrie andauernd. Alls dann endlich Hilfe kam, dauerte es immer noch eine geraume Zeit, bis der Strom ausgeschalten wurde (laut Zeugenaussagen, hing ich zwischen 23 und 27 Min. in der Leitung).

Allerdings bin ich nicht die ganze Zeit unter Strom gestanden. Man kann sich das fast wie der Stromkreis im Haus vorstellen, wenn dort ein Kurzschluss verursacht wird, dann fliegt die Sicherung raus, nur mit dem kleinen Unterschied, das dort die Sicherung draußen bleibt. Bei der Hochspannungsleitung ist das anders, wenn da ein Kurzschluss ist, dann bleibt die Sicherung für ca. 5 Sek. noch drinnen, und dann fliegt Sie erst raus, aber nach ca. 10 Sek. schaltet sich die Sicherung automatisch wieder ein, und so geht es immer weiter, bis der Strom abgeschaltet wird. Das ist aus folgendem Grund so, da sonst die Stromversorgung nicht herausfinden kann, wo genau der Kurzschluss verursacht wurde.

Ich weiß es nicht, ob es eine Ironie des Schicksals war, aber an diesem Tag währe ich normalerweise bei der Schwester meines besten Freundes zu Ihrer Hochzeit eingeladen gewesen. Aber da ich erst ein paar Tage in der Firma gearbeitet habe, bekam ich nicht frei, und musste also arbeiten. Die Hochzeit fand im Nachbarort unserer Baustelle statt, dort war auch eine Ärztin eingeladen, die dann als Ersthelferin zum Unfallort gerufen wurde. Als die Ärztin wieder zur Hochzeit zurückkam, wusste niemand dass es mich erwischt hatte, erst am Abend, als mein Vater meinen Freund angerufen hatte, und Ihm sagte, bei wem die Ärztin erste Hilfe geleistet hatte.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei den Anwohnern, und bei den Ersthelfern bedanken, ohne die ich höchstwahrscheinlich schon am Unfallort verstorben währe. Die Anwohner haben eimerweise Wasser heran geschleppt, um mich zu kühlen.
Vom Unfallort aus wurde ich dann mit einem Bundeswehrhubschrauber in eine Spezialklinik nach Stuttgart geflogen.