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Anfang 1999 war ich dann mit den Rehaaufenthalten fertig (dachte ich), aber ich musste dann Mitte 1999 wieder in eine Klinik zu einem Entzug, da ich im laufe der Zeit Medikamentenabhängig wurde. Während diesen 3 Monaten hat mich meine damalige Freundin mit einem anderen betrogen. Alls ich vom Entzug zurück kam, wahren meine sämtlichen Konten leer geräumt, mein Auto war weg, und Sie natürlich auch. Ich habe mich dann wieder etwas gefangen, und versucht eine Umschulung zum Bautechniker zu machen, was aber leider nicht funktionierte, da ich starke Schmerzen in der Brust hatte, dadurch musste ich die Umschulung dreimal abbrechen.
 
Ein Jahr später bekam ich in meinem Ort, bei einer Feinmechanikfirma einen Praktikumsplatz, es hat auch geheißen, dass ich übernommen werde, was ich dann aber doch nicht wurde. Ich habe diese Arbeit mit großer Freude gemacht, alle Arbeitskollegen waren echt SUPER, außer der Abteilungsleiter, dem war ich schon immer ein Dorn im Auge. Ich glaube, das ich selber daran Schuld war, das ich nicht übernommen wurde. Da mir die Arbeit in diesem Betrieb so gefiel, bin ich zum Chef gegangen, und habe nach einer innerbetrieblichen Umschulung nachgefragt, dieser sagte aber, das Er für die nächsten 3 Jahre schon seine Lehrlinge haben würde, allerdings könne man nach den 3 Jahren, oder wenn ein Lehrling ausfällt, einmal sehen, ob es etwas wird mit einer Umschulung. Das hat der Chef dem Abteilungsleiter gesagt, und der hat das gleich gegen mich ausgelegt. Er sagte, wenn ich schon vorhabe, eine Umschulung zu machen, dann hätte ich auch gar nicht vor in der Firma weiter zu arbeiten, und darum könne er mich nicht brauchen. Nach diesem Praktikumsplatz habe ich nichts mehr gefunden, ich war dann 1 Jahr arbeitslos, und habe in der Zeit, und auch jetzt noch immer nach Arbeit gesucht, aber leider bis jetzt noch keine gefunden.
 
Einerseits kann ich die Arbeitgeber auch verstehen, denn ich habe in meinem Behindertenausweis einen Grad der Behinderung von 100 % stehen. Natürlich wissen die Arbeitgeber, das man mit 100 % bei einer Festanstellung nicht mehr gekündigt werden kann. Grob gesagt, ich könnte machen was ich will, wenn ich das ganze Jahr krank machen würde, könnte er mich auch nicht ausstellen, und das ist natürlich eine große Hemmschwelle. Da müsste der Gesetzgeber endlich etwas unternehmen, aber die schauen ja nur wie Sie uns schröpfen können, und wie es IHNEN am besten geht, wir interessieren Sie doch gar nicht. 2002 bekam ich plötzlich starke Bauchschmerzen, und niemand wusste wovon. Der eine Arzt meinte, ich habe eine Prostataentzündung, und der andere sagte, es sei eine Bauchfellentzündung. Mein Hausarzt schickte mich dann zu einem Urologen, der meine Prostata untersuchte, und herausfand, dass es die Prostata nicht sein kann. Mittlerweile ging es mir schon so schlecht, das ich fast nicht mehr selbst gehen konnte, und in meinem Bauch brannte es wie Feuer. Ich hatte starke Schweißausbrüche, und Schüttelfrost. Der Urologe sagte zu mir, dass ich sofort ins Krankenhaus gehen, und mich untersuchen lassen soll.
 
Im Krankenhaus fanden die Ärzte dann heraus, das ich einen Difertikel habe. Difertikel hat jeder Mensch, das sind kleine warzenähnliche Ausblühungen am Dickdarm. Diese füllen sich mit Kode, aber sie entleeren sich auch normalerweise wieder. Bei mir hat sich allerdings ein Difertikel nicht mehr entleert, und hat sich dadurch entzündet. Die Entzündung war so groß wie ein Kinderkopf, und durch sein Gewicht, das nach unten zog, ist der Dickdarm aufgerissen, ein Dickdarmdurchbruch. Es wurde sofort eine Notoperation gemacht. Dabei wurde die Entzündung, und ein Stück des Dickdarms entfernt. Nach einem zehn tägigen Krankenhausaufenthalt wurde ich wieder entlassen. Es ging mir auch wieder sehr gut, jedenfalls zwei Wochen lang. Danach bekam ich wieder solche Schmerzen, die gleichen Symptome. Ich kam wieder ins Krankenhaus, wieder Notoperation, und dabei stellte sich heraus, dass sich die Naht am Dickdarm entzündet hat, und dann aufgegangen ist. Nun bekam ich auch noch einen künstlichen Ausgang (Anus Präter), als wenn der Unfall nicht schon gereicht hätte. Ich habe mich dann später, nach langem Zögern, dazu entschloßen, den künstlichen Ausgang wieder zurück zu verlegen. Im Januar 2007 war es soweit, der Ausgang wurde zurückverlegt. Diese Entscheidung habe ich nie bereut, und ich kann nur jedem empfehlen, wer auch so einen Ausgang hat, und die Möglichkeit der Rückverlegung besteht, wartet nicht zu lange, Ihr werdet es nie bereuen.
 
Durch die lange Einnahme von Schmerzmitteln bin ich abhängig geworden und mußte 1998 einen Entzug machen, der auch erfolgreich war. Es dauerte aber nicht sehr lange, da entdeckte ich den Alkohol als Ausweichdroge, darum habe ich 2001 noch einen Entzug gemacht, dieser hielt dann ca. zwei Jahre an, dann bin ich wieder rückfällig geworden. Dieses mal wurde das Ganze immer extremer, am Schluß hinaus habe ich fast täglich zwei Flaschen Schnaps getrunken. Nach einiger Zeit kamen dann die Auswirkungen, meine Familie und Freunde wollten nichts, oder nicht mehr viel mit mir zu tun haben, Schulden kamen auch noch dazu, aber das schlimmste waren die körperlichen Beschwerden. Ich entschloß mich 2007 erneut zu einer Therapie, aber dieses mal eine Langzeittherapie, diese dauerte vier Monate und hat mir sehr gut getan, ich bin auch trotz einigen Schwierigkeiten bis Heute trocken geblieben. Ich bin vor der Therapie schon in eine Gruppe www.die-gruppe.eu gegangen, aber nur sporadisch und auch nicht sehr gerne, da ich keinen Sinn darin sah. Seit Ende der letzten Therapie, gehe ich gerne und regelmäßig in die Gruppe und es bringt mir sehr viel.